Im Treuhandalltag gehört das Sammeln, Sortieren und Weiterleiten von Belegen zu den zeitaufwendigen Aufgaben. Mandanten senden Rechnungen per E-Mail, bringen Unterlagen persönlich vorbei oder sammeln ihre Dokumente weiterhin in Papierordnern. Für Treuhandunternehmen bedeutet das zusätzlichen administrativen Aufwand und häufige Rückfragen.
Mit PEAX lässt sich die Zusammenarbeit zwischen Treuhändern und Mandanten digital organisieren. Briefpost, Rechnungen und weitere Dokumente werden zentral bereitgestellt und können von den berechtigten Personen bearbeitet werden.
Besonders interessant für Treuhandunternehmen: PEAX bietet zwei unterschiedliche Modelle der Zusammenarbeit. Entweder organisiert das Treuhandbüro den Posteingang für seine Mandanten oder die Mandanten nutzen eigene PEAX-Konten und erteilen ihrem Treuhänder die benötigten Zugriffsrechte.
Wir zeigen Ihnen, wie diese Modelle funktionieren, welche Vorteile PEAX im Treuhandalltag bietet und worauf Sie bei der Einführung achten sollten.
Was ist PEAX und wie funktioniert die digitale Postverwaltung?
PEAX ist eine digitale Plattform für den Empfang, die Bearbeitung und die Verwaltung von Post, Rechnungen und Dokumenten.
Physische Briefpost kann über eine Postumleitung an ein Scanning-Center weitergeleitet werden. Dort werden geeignete Sendungen digitalisiert und im PEAX-Portal bereitgestellt. Nicht scanbare Sendungen, beispielsweise bestimmte Karten oder grossformatige Post, werden gemäss den geltenden Bedingungen physisch weitergeleitet.
Zusätzlich können Dokumente direkt elektronisch empfangen oder hochgeladen werden.
Im PEAX-Portal lassen sich Dokumente anschliessend:
- Digital empfangen und zentral verwalten
- Berechtigten Personen zuweisen oder weiterleiten
- Mit Schlagwörtern versehen und strukturiert ablegen
- Für die weitere Buchhaltungsverarbeitung bereitstellen
- Je nach Einrichtung und Berechtigung direkt als Rechnung bezahlen
- Digital archivieren und bei Bedarf wiederfinden
Für Treuhandunternehmen liegt der Nutzen insbesondere darin, dass die Zusammenarbeit mit Mandanten nicht mehr zwingend an physische Unterlagen oder den persönlichen Austausch von Papierdokumenten gebunden ist.
PEAX für Treuhänder: Zwei Modelle der Zusammenarbeit mit Mandanten
Je nachdem, wie ein Treuhandbüro organisiert ist und welche Aufgaben seine Mandanten selbst übernehmen, kommen unterschiedliche Formen der Zusammenarbeit infrage.
Modell 1: Der Treuhänder organisiert den Posteingang für seine Mandanten
Bei diesem Modell fungiert das Treuhandbüro als zentrale Empfängeradresse für die Post seiner Mandanten.
Die entsprechenden Dokumente gelangen in den PEAX-Account des Treuhandunternehmens und können dort bearbeitet oder an die zuständigen Personen weitergeleitet werden.
So kann die Zusammenarbeit aussehen:
- Die Post eines Mandanten wird über den eingerichteten Empfangsprozess im PEAX-Portal des Treuhandbüros bereitgestellt.
- Das Treuhandbüro prüft die eingegangenen Dokumente und ordnet sie dem richtigen Mandanten zu.
- Rechnungen und weitere Unterlagen werden bearbeitet oder an die zuständigen Personen verteilt.
- Buchhaltungsrelevante Dokumente stehen anschliessend für die weitere Verarbeitung zur Verfügung.
Dieses Modell kann sinnvoll sein, wenn der Treuhänder einen grossen Teil der Administration und Buchhaltung für seine Mandanten übernimmt.
Wichtig: Bei mehreren Mandanten muss die Zuordnung der Dokumente eindeutig geregelt sein. Ebenso sind der Zugriff auf vertrauliche Unterlagen und die Berechtigungen der beteiligten Personen sorgfältig zu organisieren.
Die digitale Postverteilung und individuelle Berechtigungsgruppen sind nicht in allen PEAX-Abonnements enthalten. Für diese Funktionen ist ein entsprechendes Business-Abonnement erforderlich.
Modell 2: Der Mandant nutzt einen eigenen PEAX-Account
Beim zweiten Modell verfügt der Mandant über einen eigenen digitalen Briefkasten bei PEAX.
Er empfängt seine Post und Rechnungen direkt in seinem Account und kann dem Treuhänder die notwendigen Zugriffs- und Bearbeitungsrechte erteilen.
So kann die Zusammenarbeit aussehen:
- Der Mandant empfängt seine Briefpost und digitalen Dokumente über PEAX.
- Der Treuhänder erhält die vereinbarten Zugriffsrechte auf den Account.
- Der Mandant bearbeitet jene Aufgaben, die er selbst übernehmen möchte, beispielsweise die Prüfung bestimmter Rechnungen.
- Der Treuhänder kann auf die freigegebenen Unterlagen zugreifen und diese für die Buchhaltung weiterverarbeiten.
Dieses Modell eignet sich insbesondere für Unternehmen, die einen Teil ihrer Administration selbst erledigen und gleichzeitig eng mit ihrem Treuhandbüro zusammenarbeiten möchten.
Der Mandant behält seinen eigenen Account und kann die Zusammenarbeit entsprechend den verfügbaren Berechtigungsmöglichkeiten organisieren.
Welches Modell eignet sich für welches Treuhandunternehmen?
Die Wahl hängt vor allem davon ab, wie die Aufgaben zwischen Treuhänder und Mandant verteilt sind.
| Anforderung |
Modell 1: Treuhänder als zentrale Empfängeradresse |
Modell 2: Mandant mit eigenem Account |
| Organisation des Posteingangs |
Durch das Treuhandbüro |
Durch den Mandanten |
| Dokumentenzugriff |
Über den Account des Treuhandbüros und die eingerichtete Verteilung |
Über den Account des Mandanten mit entsprechenden Zugriffsrechten |
| Typischer Einsatz |
Treuhänder übernimmt grosse Teile der Administration |
Mandant erledigt administrative Aufgaben teilweise selbst |
| Besonders wichtig |
Eindeutige Mandantenzuordnung und Postverteilung |
Klar definierte Zugriffsrechte und Verantwortlichkeiten |
Nicht jedes Treuhandbüro muss für sämtliche Mandantendasselbe Modell einsetzen. Entscheidend ist, dass die gewählte Organisation zuden tatsächlichen Arbeitsabläufen passt.
Die wichtigsten Vorteile von PEAX im Treuhandalltag
1. Digitaler Posteingang statt Papierordner
Mandanten müssen ihre Buchhaltungsunterlagen nicht mehr zwingend sammeln und persönlich vorbeibringen.
Sofern die Postumleitung eingerichtet ist, gelangen geeignete Briefsendungen digital in den PEAX-Account. Auch elektronisch empfangene Rechnungen und andere Dokumente können dort bereitgestellt werden.
Das reduziert den Aufwand für das manuelle Einsammeln und Weiterleiten von Unterlagen.
2. Einfachere Zusammenarbeit mit Mandanten
Mit den passenden Zugriffsrechten können Treuhänder und Mandanten auf die für sie relevanten Dokumente zugreifen.
So lassen sich Unterlagen bereitstellen und bearbeiten, ohne dass diese mehrfach per E-Mail verschickt werden müssen.
Insbesondere bei Mandanten mit regelmässigem Belegaufkommen kann dies die Zusammenarbeit vereinfachen.
3. Klare Zuständigkeiten und Zugriffsrechte
Nicht jede Person soll auf sämtliche Dokumente zugreifen oder dieselben Aktionen ausführen können.
PEAX bietet abhängig vom Abonnement die Möglichkeit, Rollen und Berechtigungen festzulegen. Beispielsweise lässt sich unterscheiden, wer Dokumente einsehen, bearbeiten, verteilen oder Rechnungen bezahlen darf.
Für Treuhandunternehmen ist das wichtig, da sie häufig mit vertraulichen Informationen verschiedener Mandanten arbeiten.
Dabei ist zwischen zwei Funktionen zu unterscheiden: Die Postverteilung regelt, wer ein Dokument erhält und einsehen kann. Die Berechtigungen legen fest, welche Aktionen eine Person im Account durchführen darf.
4. Strukturierte Dokumentenablage
Dokumente können innerhalb von PEAX geordnet, mit Schlagwörtern versehen und bei Bedarf wiedergefunden werden.
Das erleichtert die Suche nach Rechnungen, Verträgen oder anderen Unterlagen.
Für die gesetzeskonforme Archivierung bleiben allerdings auch die korrekte Einrichtung, die Vollständigkeit der Unterlagen und die Einhaltung der erforderlichen Aufbewahrungsprozesse entscheidend.
Welche Aspekte dabei zu beachten sind, erfahren Sie im Beitrag Revisionssichere Archivierung mit PEAX.
5. Ortsunabhängiges Arbeiten
Treuhänder und Mandanten können über das PEAX-Portal auf ihre freigegebenen Dokumente zugreifen, unabhängig davon, ob sie sich im Büro, im Homeoffice oder an einem anderen Standort befinden.
Das erleichtert insbesondere die Zusammenarbeit mit Mandanten, die nicht in unmittelbarer Nähe des Treuhandbüros ansässig sind.
Praxisbeispiel: So kann PEAX die Zusammenarbeit vereinfachen
Ein Treuhandbüro betreut ein KMU, das seine Buchhaltung weitgehend ausgelagert hat. Bisher sammelt der Mandant seine Lieferantenrechnungen und übergibt sie periodisch an den Treuhänder.
Fehlende Rechnungen müssen nachgefordert und Rückfragen einzeln geklärt werden.
Mit einem eigenen PEAX-Account des Mandanten lässt sich dieser Ablauf anders organisieren.
1. Die Rechnung trifft digital ein
Eine Lieferantenrechnung wird über die eingerichtete Postumleitung oder einen digitalen Eingangskanal im PEAX-Account des Mandanten bereitgestellt.
2. Der Mandant prüft die Rechnung
Der Mandant kontrolliert, ob die Rechnung korrekt ist und die Leistung erbracht wurde. Je nach vereinbartem Prozess kann er die Rechnung anschliessend für die weitere Bearbeitung vorbereiten.
3. Der Treuhänder greift auf den Beleg zu
Dank der eingerichteten Zugriffsrechte kann der Treuhänder die benötigten Unterlagen direkt im Account einsehen und für die Buchhaltung verwenden.
4. Die Buchhaltung wird nachgeführt
Die Rechnungsdaten können abhängig von der verwendeten Software und den verfügbaren Schnittstellen übernommen oder weiterverarbeitet werden. Die fachliche Kontrolle und korrekte Verbuchung bleiben Bestandteil des Buchhaltungsprozesses.
5. Das Dokument bleibt digital verfügbar
Die Rechnung ist weiterhin im PEAX-Portal auffindbar. Rückfragen lassen sich dadurch einfacher anhand des vorhandenen Dokuments klären.
Dieses vereinfachte Beispiel zeigt, wie sich der Austausch zwischen Mandant und Treuhänder organisieren lässt, ohne jeden Beleg mehrfach manuell weiterzureichen.
PEAX mit der Buchhaltungssoftware verbinden
Besonders interessant wird PEAX für Treuhandunternehmen, wenn der digitale Dokumenteneingang mit der bestehenden Buchhaltungssoftware zusammenspielt.
Dazu können geeignete Schnittstellen eingesetzt werden.
PEAX und Topal
Bei der Anbindung von PEAX an Topal können ausgewählte Dokumententypen zusammen mit ihren Metadaten an die Buchhaltungssoftware übertragen werden.
Dort stehen sie für die weitere Verarbeitung zur Verfügung. Je nach Einrichtung können dadurch Teile des Kreditorenprozesses automatisiert werden.
Welche Funktionen tatsächlich genutzt werden können, hängt unter anderem von der eingesetzten Softwareversion, der Schnittstelle und den definierten Abläufen ab.
Wichtig ist ausserdem, dass die PEAX-App-Integration eine Zusatzleistung sein kann und nicht automatisch in jedem Abonnement enthalten ist.
Wie sich die beiden Systeme im Kreditorenprozess ergänzen, erklären wir im Beitrag PEAX und Topal: Digitalisierung der Kreditorenbuchhaltung.
PEAX ersetzt keine Finanzbuchhaltung
PEAX ist in erster Linie eine Plattform zur digitalen Post- und Dokumentenverwaltung.
Die eigentliche Finanzbuchhaltung erfolgt weiterhin in einer entsprechenden Buchhaltungssoftware. PEAX kann die Bereitstellung und Verarbeitung der benötigten Dokumente unterstützen.
Für Treuhandunternehmen ist deshalb entscheidend, dass die gesamte Softwareumgebung sinnvoll aufeinander abgestimmt ist.
Welche weiteren Anforderungen eine Buchhaltungssoftware erfüllen sollte, erfahren Sie auf unserer Seite Software für Treuhänder.
Datenschutz und Sicherheit bei der Zusammenarbeit mit Mandanten
Treuhandunternehmen verarbeiten regelmässig vertrauliche Geschäfts- und Finanzdaten ihrer Mandanten. Entsprechend wichtig sind geregelte Zugriffe und der sorgfältige Umgang mit Dokumenten.
PEAX setzt unter anderem auf verschlüsselte Datenübertragung, Zugriffsschutz und eine Datenhaltung in der Schweiz.
Für die sichere Zusammenarbeit sollten Treuhandunternehmen dennoch einige Punkte klären:
- Wer darf auf welche Mandantendokumente zugreifen?
- Welche Personen dürfen Rechnungen bearbeiten oder bezahlen?
- Wie werden Berechtigungen bei einem Personalwechsel angepasst?
- Welche Dokumente müssen wie lange aufbewahrt werden?
- Wie werden Verantwortlichkeiten zwischen Treuhänder und Mandant geregelt?
Technische Sicherheitsfunktionen sind eine wichtige Grundlage. Sie ersetzen aber nicht die notwendigen organisatorischen Massnahmen und die sorgfältige Einrichtung der jeweiligen Arbeitsprozesse.
Worauf sollten Treuhänder bei der Einführung von PEAX achten?
Bevor ein Treuhandunternehmen PEAX einführt, lohnt es sich, die bestehende Zusammenarbeit mit den Mandanten genauer zu betrachten.
Zunächst sollte geklärt werden, welche Prozesse digitalisiert werden sollen. Geht es hauptsächlich um den Empfang der Briefpost, die Bereitstellung von Belegen oder um die Verbindung mit der Finanzbuchhaltung?
Anschliessend sind folgende Punkte wichtig:
- Zusammenarbeitsmodell: Soll die Post zentral beim Treuhänder oder direkt beim Mandanten eingehen?
- Abonnement: Welche Funktionen für Postverteilung, Benutzerrechte und Schnittstellen werden benötigt?
- Verantwortlichkeiten: Wer prüft Rechnungen, gibt Zahlungen frei und verarbeitet die Belege?
- Bestehende Software: Welche Möglichkeiten zur Anbindung der Buchhaltung sind vorhanden?
- Einführung: Wie werden Mitarbeitende und Mandanten in die neuen Abläufe eingeführt?
Insbesondere bei mehreren Mandanten empfiehlt sich eine sorgfältige Planung, damit Dokumente eindeutig zugeordnet werden und die notwendigen Berechtigungen korrekt eingerichtet sind.
Digitale Zusammenarbeit mit PEAX sinnvoll organisieren
PEAX bietet Treuhandunternehmen die Möglichkeit, den Posteingang und die Dokumentenverwaltung ihrer Mandanten stärker zu digitalisieren.
Besonders interessant sind die beiden Modelle der Zusammenarbeit: Entweder übernimmt das Treuhandbüro die zentrale Organisation des Posteingangs oder die Mandanten nutzen eigene Accounts und gewähren ihrem Treuhänder die benötigten Zugriffsrechte.
Welche Variante sinnvoller ist, hängt von der Mandantenstruktur und den vereinbarten Aufgaben ab.
In Kombination mit geeigneter Buchhaltungssoftware und klar definierten Arbeitsabläufen kann PEAX dazu beitragen, manuelle Arbeiten zu reduzieren und die Zusammenarbeit effizienter zu gestalten.
Wie wir PEAX selbst im Arbeitsalltag einsetzen, erfahren Sie in unserem Beitrag Wie PEAX im Alltag Zeit spart: Ein Praxisbeispiel der aR solutions AG.
PEAX für Ihr Treuhandbüro einführen
Die aR solutions AG unterstützt Treuhandunternehmen bei der Auswahl, Einführung und Nutzung von PEAX sowie bei der Anbindung geeigneter Buchhaltungslösungen.
Wir prüfen gemeinsam mit Ihnen, welches Zusammenarbeitsmodell zu Ihren Mandanten passt, welche Funktionen benötigt werden und wie sich PEAX sinnvoll in Ihre bestehenden Prozesse integrieren lässt.
Sie möchten PEAX kennenlernen oder Ihre Zusammenarbeit mit Mandanten digitalisieren?
Kontaktieren Sie uns für eine persönliche Beratung oder Demo. Wir zeigen Ihnen gerne, welche Möglichkeiten PEAX für Ihr Treuhandbüro bietet.